Weiterbildungsmöglichkeiten im Medizinischen Informationsmanagement

Wie es denn nach dem erfolgreichen Abschluss als Medizinischer Dokumentationsassistent (MDA) weiterginge, werde ich in Beratungsgesprächen immer wieder gefragt. Die gute Nachricht ist, dass es genügend Weiterbildungen gibt; die schlechte, dass ein zentrales Portal fehlt, welches die Angebote vorstellt und ggf. Erfahrungswerte oder Bewertungen mit einfließen läßt. Natürlich gibt es Portale, die gegen Gebühr Weiterbildungsangebote einstellen, aber das ist verquaast, wenig objektiv und daher nicht hilfreich. Meines Erachtens ist das eine genuine Aufgabe für einen Berufsverband, und im Mitgliederbereich des Deutschen Verbands Medizinischer Dokumentare (DVMD) e. V. gibt es tatsächlich solche Informationen, wenn auch unvollständig. Das ist kein Wunder, denn jemand von den ehrenamtlich Tätigen müsste es (auch noch) machen und die Pflege ist so zeitraubend wie aufwändig.

Ebenso unvollständig sind die Informationen, die die Agentur für Arbeit im KURSNET vorhält, aber immerhin. Auf diesen Seiten findet sich eine kleine Auswahl an Qualifizierungslehrgängen, Aufstiegsweiterbildungen (Geprüfter Fachwirt/Geprüfte Fachwirtin für Informationsdienste), Studiengängen (Dokumentar/Dokumentarin, Informationsmanager/Informationsmanagerin, Informationswissenschaftler/Informationswissenschaftlerin, Informatiker/Informatikerin (Hochschule) für Medizininformatik, Bibliothekar/Bibliothekarin, Archivar/Archivarin, Technischer Redakteur/Technische Redakteurin (Hochschule) sowie - und das finde ich ausgesprochen gut - Informationen zur Existenzgründung. Noch im vergangenen Jahr hat eine Absolventin der Euro-Schulen Trier diesen mutigen Schritt gewagt.


In der Regel handelt es sich um Vollzeitstudiengänge. Die FH Hannover kommt den MDA entgegen und erkennt an einer Berufsfachschule erworbene Leistungen im Umfang von bis zu 30 Credit Points an, das spart ein, zwei Semester. Aber so konsequent, dass die Studiengänge berufsbegleitend angeboten werden, ist bisher noch keine Hochschule. Warum nur?

Was in der Übersicht fehlt, ist das "Zertifikat Medizinische Dokumentation", welches von der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und dem bereits erwähnten DVMD angeboten wird. Dieses Zertifikat ist der Ritterschlag, durch den der Medizinische Dokumentationsassistent (MDA) zum Medizinischen Dokumentar (MD) wird. Es gilt als solide, anerkannt und kann auch bei Gehaltsverhandlungen in die Waagschale geworfen werden. Ob man hingegen durch berufsbegleitende Kurse, die ein Upgrade vom MDA zum MD in nur wenigen Tagen Präsenzveranstaltungen versprechen, den ganzen Lehrstoff, durch den sich der MD vom MDA unterscheidet (etwa in Statistik und Programmierung), quasi im Schnellverfahren nachholen kann, muss erst noch bewiesen werden. 

Insbesondere seit Einführung des DRG-Systems wittern viele Weiterbildungsträger im Segment Medizinische Dokumentation schnell und leicht verdientes Geld. Für Weiterbildungswillige ist es nicht immer einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Auch vor diesem Hintergrund täte eine kommentierte Weiterbildungsdatenbank Not.

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